Klare Positionen der Parteien zur Bebauung des Stadtgärtnereigeländes

Im Pressespiegel gibt es zwei neue Artikel, einmal von Ulli Meyer (CDU) und einmal von der SPD-Fraktion.

Ulli Meyer sieht die Bebauung inzwischen sehr kritisch und hat unsere Argumente weitgehend übernommen: Bestehende Bausubstanz erhalten und aufwerten, Baulücken schließen, Neubau dort wo Missstände vorhanden sind (z.B. WVD-Gelände/Kohlenstraße).

In dem Presseartikel der SPD-Fraktion kommt die exakt entgegengesetzte Meinung zum Ausdruck, mit völlig unplausiblen Argumenten:

  • Angeblich würde „die Attraktivität der Stadt dadurch erhöht“. Das Gegenteil ist der Fall: Durch schicke Neubaugebiete (die sicherlich vorerst ihre Abnehmer finden), wird die Lage im Bestand noch schlechter als sie bereits ist:  durch weitere Leerstände und eine Verschlechterung der Wohnbedingungen. Dadurch sinkt die Attraktivität der Stadt mittelfristig! Vor allem vor dem Hintergrund einer sinkenden Bevölkerungszahl.
  • Weiterhin wird in dem Artikel als Argument genannt „Die städtische Infrastruktur könnte optimaler genutzt werden“  durch die neue Bebauung. Wir haben keine Ahnung, was der Verfasser sich dabei gedacht hat. Haben wir zu viele ungenutzte Kindergartenplätze? Haben wir zu kleine Schulklassen und Lehrerüberschuss? Gibt es zu wenig Verkehr in Sankt Ingbert? Geht die SPD-Fraktion ernsthaft davon aus, durch solche Bauprojekte den Bevölkerungsrückgang in ein Bevölkerungswachstum umdrehen zu können?
    Fakt ist: durch die Nutzung von leer stehenden Häusern und Baulücken und die Nutzung des WVD-Geländes kann die vorhanden städtische Infrastruktur z.B. in Form von Ver- und Entsorgungsleitungen optimal genutzt werden und die Verkehrsbelastung verteilt sich gleichmäßig.
  • Die beiden im Artikel aufgeführten Zitate von Sven Meier „In zentraler Lage könnte mit ca. 90 Wohneinheiten der erforderliche Neubaubedarf in St. Ingbert für mehrere Jahre allein an diesem Standort gedeckt werden“ und „Statt Panikmache und Populismus gilt es im Interesse der Gesamtbevölkerung städtebauliche Planung mit Vernunft und Augenmaß voranzubringen“ widersprechen sich diametral! Was an diesem Konzept Vernunft und Augenmaß haben soll erschließt sich uns nicht.

Den Vorwurf der Panikmache und des Populismus, den wir auch an die Bürgerinitiative gerichtet sehen,  weisen wir entschieden zurück. Wir argumentieren im Gegenteil sehr sachlich und setzen uns für eine langfristig sinnvolle und nachhaltige Stadtentwicklung ein, insbesondere was die Nutzung des Stadtgärtnereigeländes angeht.

Die SPD-Fraktion macht es sich hier extrem einfach: Grünflächen platt zu machen und zu bebauen ist natürlich viel leichter als der mühsame Weg der Aufwertung bestehender Strukturen.

Alle an der Entscheidung beteiligten sollten sich nicht von den Interessenvertretern der Investoren und der Immobilienbranche um den Finger wickeln lassen, sondern sich ernsthaft überlegen was für Sankt Ingbert mittel- und langfristig eine sinnvolle und nachhaltige Stadtentwicklung darstellt.

Nachtrag 06.06.2018: Heute ist der Artikel gekürzt auch in der Saarbrücker Zeitung erschienen.

Teilen